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Mittwoch, 27. August 2014

Für das Jahr 2014 wird ein neuer Zins von 2 % p. a. festgelegt. Zur Auszahlung fällig ist der neue Zins am 31.08.2014.

Carpevigo AG

mit dem Sitz in Holzkirchen

(nachfolgend „Gesellschaft“)

eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts München
unter HRB 165548

Inhaberschuldverschreibung 
Tranche 2 über nominal EUR 15.000.000,00 (in Worten: Euro fünfzehn Millionen) 
mit 8,25 % Zinsen jährlich und 7 Jahren Laufzeit 
von 10.07.2007 bis 09.07.2013
eingeteilt in 15.000 auf den Inhaber lautende Teilschuldverschreibungen
im Nennbetrag von je EUR 1.000,00
WKN A0N3X2, ISIN: DE000A0N3X28
(nachfolgend 
„Teilschuldverschreibung“ und alle
Teilschuldverschreibungen zusammen die 
„Anleihe“)

Bekanntmachung der Beschlüsse der Gläubigerversammlung
vom 18.07.2013

Die Gläubigerversammlung der Inhaber der vorstehend bezeichneten Inhaberschuldverschreibung (die „Gläubiger“ oder die „Anleihegläubiger“) hat am 18.07.2013 folgendes beschlossen:
TOP 1
Vorsitz in der Gläubigerversammlung und Abstimmungsmodalitäten)
Zum Versammlungsleiter wird Herr Rechtsanwalt Alfred Ponzer, geschäftsansässig in Holzkirchen bestimmt.
TOP 5
(entspricht Abschnitt II TOP 2 der Einladung: Beschlussfassung über eine Änderung der Anleihebedingungen, insbesondere über eine Stundung der Rückzahlung der Inhaberschuldverschreibung bis zu 3 Jahren, eine Änderung des Zinslaufes, eine Änderung des Nominalzinssatzes (Zinssenkung) und den Ausschluss von vorzeitigen Kündigungsmöglichkeiten sowie der Wahrnehmung von Optionen) Schuldenmoratorium mit Besserungsschein
Schuldenmoratorium
An die Stelle der bisherigen Zinsfälligkeiten und der Zinshöhe nach den Anleihebedingungen treten ein niedrigerer Zins und eine Veränderung der Fälligkeitstermine wie folgt:
Für das Jahr 2013 werden über die tatsächlich erfolgten Zahlungen der Gesellschaft hinaus keine weiteren Zinsen gezahlt. Offene Zinsansprüche werden der Gesellschaft bis längstens 30.06.2016 gestundet.
Für das Jahr 2014 wird ein neuer Zins von 2 % p. a. festgelegt. Zur Auszahlung fällig ist der neue Zins am 31.08.2014.
Für das Jahr 2015 wird ein neuer Zins von 2,5 % p. a. festgelegt. Zur Auszahlung fällig ist der neue Zins am 31.08.2015.
Für das Jahr 2016 wird ein neuer Zins von 3 % p. a. festgelegt. Zur Auszahlung fällig ist der neue Zins am 30.06.2016.
An die Stelle der bisherigen Endfälligkeiten und der sonstigen etwaigen Fälligkeiten von jeglichen Ansprüchen der Gläubiger tritt der 30.06.2016. Dies ist rechtlich der frühestmögliche Fälligkeitstermin für (neben den Zinsen) denkbare Ansprüche. Dies gilt insbesondere auch für Ansprüche auf Rückführung, Tilgung oder Erfüllung aufgrund vereinbarter oder gesetzlicher Options-, Kündigungs- oder sonstiger gesonderter Rechte der Anleihegläubiger. Die Ausübung solcher Rechte wird mit Wirksamwerden dieses Beschlusses bis zum 30.06.2016 ausgesetzt.
Besserungsschein
Der Gesellschaft wird aufgegeben, bis zum 31.12.2013 ein Sanierungskonzept zu entwickeln, das eine vorzeitige Beendigung des Moratoriums in einer weiteren Gläubigerversammlung ermöglichen soll.
Der Gesellschaft wird aufgegeben, ab dem 01.01.2014 fortlaufend zu prüfen, ob die wirtschaftliche Situation und das Sanierungskonzept höhere Zinszahlungen, Tilgungen oder sonst Leistungen an die Gläubiger zulassen, die über die oben festgelegten Prozentpunkte hinausgehen.
Die vorzeitige Beendigung des Schuldenmoratoriums oder erhöhte Zahlungen nach diesem Besserungsschein stellen ausdrücklich Absichtserklärungen dar. Die wirtschaftliche Entscheidung steht in einem weiten Ermessen der Gesellschaft, solange nicht eine neuerliche Gläubigerversammlung anderes wirksam festlegt.
TOP 6
Bestellung eines gemeinsamen Vertreters der Anleihegläubiger (entspricht Abschnitt II. TOP 3 der Einladung: Beschlussfassung über die Bestellung eines gemeinsamen Vertreters der Anleihegläubiger (§ 14 SchVG) und Auswahl des Vertreters)
Herrn Rechtsanwalt Franz Wagner, Nussbaumstraße 12, 80336 München wird als geeigneten gemeinsamen Vertreter der Anleihegläubiger bestellt, der
(i)
den Sanierungsweg der Gesellschaft begleitet,
(ii)
zur Geltendmachung der Rechte der Anleihegläubiger berechtigt ist und
(iii)
dessen Aufgaben und Befugnisse sich im Übrigen dem Umfang nach nach dem SchVG richten.
Solange Herr Rechtsanwalt Franz Wagner als gemeinsamer Vertreter bestellt ist, sind die einzelnen Anleihegläubiger nicht zur selbständigen Geltendmachung dieser Rechte befugt.
Die Haftung von Herrn Rechtsanwalt Franz Wagner wird auf Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit und summenmäßig auf maximal EUR 1 Mio. (in Worten: Euro eine Million) begrenzt.

Holzkirchen, den 22.07.2013
Carpevigo AG
Der Vorstand

Sonntag, 24. August 2014

SchVG von 1899: Zudem erwiesen sich zahlreiche Hinterlegungsscheine als ungültig, da die Geschäftsleitung Bescheinigungen der Depotbanken nicht anerkannte, sondern eine Bescheinigung der Deutschen Bundesbank forderte.

SchVG von 1899: Zudem erwiesen sich zahlreiche Hinterlegungsscheine als ungültig, da die Geschäftsleitung Bescheinigungen der Depotbanken nicht anerkannte, sondern eine Bescheinigung der Deutschen Bundesbank forderte.

Bericht von der Deikon-Gläubigerversammlung

Am 13.09.2010 - 15.09.2010 fanden für die drei verschiedenen Deikon- bzw. Boetzelen Anleihen die Gläubigerversammlungen in Düsseldorf statt. Der Andrang war jedoch längst nicht so stark wie erwartet: Es waren nur etwa 25% des Kapitals versammelt, so dass die Versammlung vertagt werden musste. Zudem erwiesen sich zahlreiche Hinterlegungsscheine als ungültig, da die Geschäftsleitung Bescheinigungen der Depotbanken nicht anerkannte, sondern eine Bescheinigung der Deutschen Bundesbank forderte.

Auf Seiten der Gesellschaft waren u. a. erschienen: Die beiden Geschäftsführer Herr Karl F. Hunold und Herr Thomas Henke, die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, der Treuhänder von CMS Hasche Sigle, ein Notar und der Versammlungsleiter, Rechtsanwalt Dr. Oliver Wilken von GÖRG Rechtsanwälte.

Zum Kernthema Bewertung der Immobilien wurde seitens der Geschäftsleitung ausgeführt, dass der Einkauf der Immobilien mit dem etwa 13,5-fachen der Jahresnettomiete damals angemessen sei, nunmehr bei der Bewertung aber wegen verkürzter Laufzeiten ein Abschlag von etwa 20% zu machen sei, so dass die Bewertung im gegenwärtigen Stadium nicht zu beanstanden sei. Eine umfassende Neubewertung der Immoblien habe jedoch nicht statt gefunden, da ein solches Gutachten viele Monate an Zeit und erhebliches Kapital von rund 300 TEUR erfordere. Wenn die Deikon GmbH in Insolvenz gehe, dann sei jedoch damit zu rechnen, dass auch weitere Abschläge hinzunehmen seien. Letztlich sei davon auszugehen, dass die Immobilien, obwohl kein Mieter ausgefallen sei, im Durchschnitt nur mit dem 8- bis 10-fachen Jahresnettomietertrag verwertet werden könnten. Dadurch - so der Versammlungsleiter RA Wilken - bestehe für viele Anleger die Gefahr, in der Insolvenz vollständig auszufallen.

Dabei wurde deutlich, dass - wie wir das schon früher erkannt haben - Dusan Rajcic versucht hatte, ohne nennenswertes Eigenkapital, aber mit rund 70 Mio. EUR Anlegergeldern ein Immobilienimperium aufzuziehen und an die Börse zu bringen.

Die finanzielle Schieflage sei jedoch nicht dem Börsengang zuzurechnen. Ganz im Gegenteil: Hätte die UBS-Bank nicht im Rahmen des Börsenganges rund 20 Mio. EUR in die Gesellschaft gepumpt, so wäre schon früher eine problematische Situation eingetreten.

Auch die bilanzielle Überschuldung sei nicht wirklich ein Problem, sondern eher eine im nächsten Jahr evtl. zu erwartende Zahlungsunfähigkeit. Derzeit sei zwar noch genügend Geld in der Kasse, dies reiche aber für eine Sanierung der Gesellschaft nicht aus.

Die Liquiditätsreserven seien von Dusan Rajcic für Immoblienkäufe zweckentfremdet worden, da man für den geplanten Börsengang ein Immobilienportfolio im Wert von mindestens 300 Mio. EUR für nötig erachtet habe. Ferner habe Rajcic, als der Börsengang unmittelbar bevorstand, ein Zinsswap-Geschäft vereinbart, um der Gesellschaft einen niedrigen Zins für weitere 75 Mio. EUR Kreditvolumen zu sichern. Dieses Geschäft laufe bis zum Jahr 2015 und bringe aufgrund der aktuell sinkenden Zinsen ständig Verluste. Hieraus resultiere insbesondere der im 1. HJ 2010 ausgewiesene Verlust von rd. 5 Mio. EUR. Weitere Probleme mache eine Kredit der Coreal Bank im Zusammenhang mit der Finanzierung der zuletzt angeschafften Immobilien. Über Einzelheiten äußerte sich die Geschäftsleitung jedoch nicht.

Von Seiten der Anleger wurde Unverständnis dahingehend geäußert, dass weder Gesellschafter noch übrige Gläubiger einen Beitrag leisten wollten. Der Versammlungsleiter Dr. Wilken entkräftete dies und wies darauf hin, dass die UBS-Bank schon genügend "Geld versenkt" habe und man nicht erwarten könne, dass sie ihrem schlechten Geld noch gutes hinterher werfe. Die Banken seien weitgehend durch erstrangige Hypotheken abgesichert und hätten im Insolvenzfalle nicht viel zu befürchten.

Lediglich die Anleihegläubiger könnten viel Geld verlieren, wenn das Unternehmen in Insolvenz gehe. Denn eine wirkliche grundbuchliche Sicherung der Anleger sei nicht gegeben, wenn die Immobilien - wie befürchtet - später zum 8- bis 10-fachen des Jahresnettomietertrages notveräußert würden.

Dass noch keine testierten Abschlüsse vorlägen, wurde damit begründet, dass die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft angesichts der aktuellen Problematik noch nicht von einer Fortführung des Unternehmens ausgehen könne, diese Frage aber Abschlussrelevanz habe.

Der von uns bereits im Vorfeld zu der Veranstaltung geäußerte Einwand, einem Zinsverzicht nur gegen Besserungsabrede zuzustimmen, fand auf Anlegerseite breite Zustimmung, ebenso wie der Vorschlag, die Zinsreduzierung davon abhängig zu machen, dass die Anleger aller drei Anleihen geschlossen der Zinsreduktion zustimmen würden.

Voraussichtlich Ende Oktober 2010 wird es drei weitere Gläubigerversammlungen geben, auf denen dann mit qualifizierter Mehrheit der anwesenden Stimmen über die Tagesordnungspunkte abgestimmt wird.

Sofern 75% der Anwesenden zustimmen, wäre dann sowohl ein Zinsschnitt als auch ein Kapitalschnitt möglich.

Dabei soll auch unserem Verlangen Rechnung getragen werden, einen oder mehrere Gläubigervertreter zu wählen, um die Interessen der Gläubiger ausreichend zu vertreten.

Insgesamt verlief die Versammlung aus Gläubigersicht unbefriedigend. Auf wichtige Fragen wurde nur oberflächlich eingegangen, die Notwendigkeit eines Kapitalschnittes blieb völlig offen.

Ihr Team für Kapitalanlagerecht in Frankfurt:


RAe Ramminger, Rudolph, Steinacker & Partner - Partnerschaftsgesellschaft mit beschränkter Berufshaftung - Rechtsanwälte, Fachanwälte, Steuerberater und Notar, Zeil 79, 60313 Frankfurt am Main, Tel. +49 (69) 29723610, Fax: +49 (69) 2972361-111, e-Mail: kapitalanlagerecht@ramrud.de, Internet: www.ramrud.de